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Bericht über die 24 Stunden „Rund um Altdorf“

                                                 Diashow "24 Stunden Rund um Altdorf"

Am Samstag, den 22.September 2007 um 16 Uhr hatte eine lange, aber doch für dieses Rad-Marathon Event zu kurze Vorbereitungszeit, ihr Ende gefunden. Ich stand mit meinem Rennrad am Start in Altdorf am Marktplatz bereit, um in meiner 20jährigen Radsportkarriere  meine wohl bisher größte sportliche Herausforderung anzugehen.


Das Ziel war 24 Stunden lang auf dem Fahrrad, Altdorf zu umrunden und dabei so wenig Pausen wie möglich zu machen, was selbst für mich in den letzten Tagen immer unvorstellbarer geworden ist. Dass ich diese Veranstaltung durch mithilfe der 125 Spender, Plakate, Flyer und die Presse sehr stark an die Öffentlichkeit gebracht habe, gab es nun aber kein zurück mehr. Mit zwei übereinander gezogenen Fahrradhosen, um zumindest das Gefühl ich sitze am Sofa noch ein bisschen zu genießen stand ich nun da vor sehr vielen Fans. Die 16 Begleiter auf  Rädern, die einfühlsame Rede von Herrn Bürgermeister Odörfer und ich schätze mal ca. 10 Fotokameras machten meine Nervosität auch nicht gerade geringer.


Mit der Hymne TNT. von AC/DC die Walter Netter zur Anfeuerung auflegte,  fiel nun der Startschuss. Mein Puls war am Start höher als später dann beim ersten Anstieg hoch nach Hegnenberg und das dauerte auch mindestens noch zwei Runden bis sich die Nervosität langsam legte. Die ersten beiden Runden wurden sehr  schnell gefahren, die Euphorie war sehr groß und verging wie im Flug. Mit meinen zahlreichen Rennradbegleitern,   war dauernd ein Kommen und Gehen  und die Zeit verging relativ schnell. Die einzelnen Begleiter(innen)  fuhren nach ein paar Runden wieder nach Hause um eine längere Pause zu machen, und kamen dann nach ca. 16 Stunden wieder, wo mir dann langsam erst bewusst wurde, was ich hier eigentlich mache.


Nach dreieinhalb Stunden wechselte ich von meinem Zeitfahrrad auf mein klassisches Rennrad, welches die etwas bequemere Sitzposition hat und außerdem bereits mit meiner neuen „Freundin Betty" dem Lupine-Scheinwerfer für die Nachtfahrt mit Licht bestückt war. Meine Kleidung stellte ich auch von Sonnenschein auf Mondschein um und war somit dank meines Sponsors, dem „Werk:b", super für die doch recht frische Nacht ausgerüstet. Noch ein Bissen essen und dann ginge es auf  in die nun langsam hereinbrechende Nacht. Wir waren selbst nach der ersten Pause noch eine viertel Stunde unter meinem vorher errechneten Zeitplan. Mit Rundenzeiten von 51 bis 55 Minuten, die wir 24 Stunden lang die komplette Strecke über gehalten haben, änderte sich daran auch kaum mehr etwas.


Die Nacht verlief sehr angenehm. Mit Temperaturen von mindestens 8° in Rasch und 13° auf der Höhe über Hegnenberg hatten wir die Besten Vorraussetzungen nicht zu erfrieren. Ich hatte selbst jetzt zu dieser doch etwas ungewöhnlichen Radfahrzeit immer treue Begleiter an meiner Seite. Manch Einer vergaß sogar nach Hause zu fahren weil es wirklich so viel Spaß gemacht hatte. Wir haben alle zwei Runden in Hagenhausen bei der Evi Merz Pause gemacht und Kaffe und reichlich Verpflegung bekommen.
Um 4:30 Uhr habe ich dann meinen Hausarzt Peter Wenzel alarmiert, dass ich so gegen 5: 20 Uhr in seiner Praxis in der Türkeistraße sein werde. Auch meine Frau Christine, die bereits 2 Stunden geschlafen hatte, habe ich mit Kartoffelsuppe und frischer Kleidung zu Herrn Wenzel bestellt.


 Dort wie abgesprochen, nach bereits 305 zurückgelegten Kilometern, angekommen habe ich mich dann Verpflegt und untersuchen lassen. Mit dem OK von Herrn Wenzel und meiner Frau ging ich  um 6:30 wieder auf die Straße zu meinem Fahrrad, wo auch schon wieder 3 frische Begleiter mit den Hufen scharrten. Gleich von Anfang an ging es im selben Rhythmus weiter. Doch nach dem 14. Aufstieg über Hegnenberg packte mich die Müdigkeit und ich hatte stark zu kämpfen bei der Abfahrt nicht einzuschlafen. Da ich den neuen Radhelm von Optik Schweiger nicht gleich auf seine Haltbarkeit testen wollte, machten wir gleich noch eine Kaffeepause und hofften das dank des Koffeins sich mein Zustand wieder verbessern würde. Eine Stunde habe ich  noch mit mir gekämpft und diesen Kampf aber auch gewonnen. Mein Körper wollte jetzt nicht mehr schlafen sondern einfach nur wieder treten und treten.


Bei Sonnenaufgang als das Tageslicht sich wieder voll durchgesetzt hatte, kamen einige neue Rennradfahrer mit mir auf der Strecke um mich zu unterstützen. Schnell wurde es nun ungemütlich warm unter meiner Winterkleidung und ich musste schon wieder eine kurze Pause für Kleidungswechsel einlegen.
Mittlerweile war ich jetzt so gegen 9 Uhr ca. 45 Minuten hinter meinem Zeitplan. Ich durfte also nicht langsamer werden und musste außerdem die Pausen etwas einschränken.


Mir ist dieses, dank der zahlreichen Fans, die sogar mitten in der Nacht nicht aufgegeben hatten mich zu unterstützen auch gelungen. Vorbei an der Turnhalle des SV Rasch wo abends lange Jubel heraus kam und dann ab 10 Uhr morgens bereits schon wieder sehr gute Stimmung war. Weiter Richtung  Marktplatz nach Altdorf, wo das Treiben auf dem Fischmarkt begonnen hatte.  Später in Pühlheim wo mitten auf der Straße Hans Merkel und der Lauftreff Altdorf eine Kaffeetafel mit  seiner Mannschaft vorbereitet hatte und beinahe das  ganze Dorf  auf die Beine gebracht hatte.


In der Mittagszeit kamen die letzten Runden und meine Beine flogen immer noch fast von alleine um die Kurbel meines Rades herum. Es war kaum mehr Anstrengung zu spüren, der Kopf hatte es aufgegeben sich gegen die Strapazen zu wehren und das war auch gut so, denn ich hatte mein großes Ziel vor Augen, über 500 Kilometer zu schaffen. Mittlerweile war es 14:20 und ich begab mich mit meiner immer größer werdenden Gruppe Radfahrer in die letzte und 22. Runde um Altdorf. Den letzten Anstieg nach Hegnenberg genießend fuhr ich noch ein letztes mal hinauf  zur schwierigen Abfahrt nach Raschbach und weiter zu dem immer steiler werdenden Anstieg Richtung  Pühlheimer Feuerwehrhaus nach Hagenhausen zur Verpflegungsstelle, wo wir uns von der Evi Merz und ihrer Mannschaft verabschiedeten und diese uns scherzhaft fragte ob wir wohl heute nicht mehr vorbeikommen möchten. Dann noch mal nach Rasch und ein letztes mal den Berg hinauf nach Altdorf.


Am Altdorfer Marktplatz um 15:45 lief mir dann erstmal die Gänsehaut schön langsam über den Rücken in die Beine bis zu den Zehenspitzen, mein Vater stand mit meinem Sohn Jan am Streckenrand und kurze Zeit später erblickte ich durch das Untere Tor kommend eine Menschenmasse die alle auf mich warteten. Das musste ich auskosten und fuhr noch siebenmal eine 900Meter Runde durchs Untere Tor, solch ein Moment kommt so schnell nicht wieder. Zur Zieleinfahrt um 16 Uhr nach genau 24 Stunden,524 km und 5800 Hm auf der Strecke begleiteten mich dann allen voran mein Sohn Jan , meine Frau, mein Vater und viele meiner treuen Begleiter ohne die diese Anstrengung nicht zu bewältigen gewesen währe.


Am Spendenstand, der von meinen Freunden super gut betreut wurde, angekommen empfing mich Erich Odörfer mit anerkennenden Worten und einem Alkoholfreien Weizenbier. Vom Veranstalter des Altdorfer Fischmarktes wurde mir gleich noch ein zusätzlicher Scheck über 400 Euro übergeben und ich war sehr dankbar dafür, ich dachte mir aber nur warum nimmt mir eigentlich nicht endlich jemand mein Fahrrad weg.


Ich habe meine die von meinen Mitfahrern immer genau aufgezeichneten Kilometer auf eine Schiefertafel geschrieben und durfte bekannt geben dass ich mit meiner Tour Rund um Altdorf, die vorher für utopisch gehaltene Spendensumme von 10.000 Euro um einiges überschritten habe.
Der letzte Stand  ist jetzt 12.282 Euro, was für mich sagenhaft ist und ich finde das sich dafür das Spektakel gelohnt hat. Ich hoffe, dass  dies nicht das letzte mal war wo so eine Aktion stattgefunden hat.

Vielen Dank an alle Helfer, Spender und Sponsoren, Begleiter, Betreuer und Fans für die große Unterstützung. In solch einem Rahmen wird mir es ein Vergnügen sein die Veranstaltung auf diese oder evtl. auch eine andere Art und Weise zu wiederholen.


sportlicher Gruß
Matthias Reitenspieß

 

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